Museen & Projekte der öffentlichen Hand

Ewer GLORIA e. V./ Ewer GLORIA

Projekt-ID: 34




Beschreibung

Über Hunderte von Jahren war der Niederelbe-Raum durch den Schiffstyp Ewer geprägt. Durch seinen Flachboden konnte er sehr kleine Arme des damaligen Flussdeltas befahren. Seine füllige Form erlaubte für die Verhältnisse bis vor dem Zweiten Weltkrieg beachtliche Ladungsgrößen. Danach erlagen die Ewer der Konkurrenz von Eisenbahn, LKW und Containerverkehr. Die hölzernen Ewer verschwanden in den Öfen ihrer Besitzer, die ab Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Ewer aus Stahl als Schrott in den Hochöfen. Nur vereinzelte Exemplare überlebten in Nischensituationen, so auch der Ewer GLORIA, um den es hier geht. Mit ihrem überhängenden Rundheck und dem eleganten Sprung gibt die GLORIA ein besonders schönes Bild ab. Sie markiert als technisches Denkmal mit dem Baujahr 1898 den Übergang vom Holzschiffbau zum noch unvollkommenen Stahlbau in der Kleinschifffahrt. Es gelang, den bei Kremer in Elmshorn gebauten Ewer vor dem Schneidbrennner zu retten und teilweise wieder im seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Heute verfügt das Schiff über eine Zulassung als Traditionsschiff und fährt, betrieben von einer ehrenamtlichen Besatzung, seit 2004 mit Passagieren auf der Elbe mit ihren Nebenflüssen, insbesondere der Krückau, auf dem Nord-Ostsee-Kanal, dem Wattenmeer der Nordsee und der Ostsee in Küstennähe. Mit dem Schiff wird an die Vergangenheit der Region als maritime Landschaft mit einer durch die Kleinschifffahrt geprägten Bevölkerung angeknüpft. Dabei wird sowohl die Funktion des damals wichtigsten Transportmittels im Niederelberaum original vorgeführt, als auch die nur vom Wasser aus erlebbare amphibische Landschaft mit historischen Wasserbauwerken, Pflanzen und Tieren, Flüssen und Auen gezeigt. Alle Mitfahrer auf der GLORIA können lebensnah erfahren, wie ihre Vorfahren arbeiteten und lebten. Unübersehbar ist die GLORIA innen so gut wie fertig gestellt und wird als Motorschiff eingesetzt. Es fehlen jedoch noch entscheidende Teile, damit die GLORIA wieder im Zustand von 1898 segelfähig ist und als Botschafterin der Kleinschifffahrt der Niederelbe für öffentliche und Gruppenfahrten eingesetzt werden kann.



Was ist bisher passiert

Die grundlegende Restaurierung der GLORIA erfolgte in den Jahren 2001 bis 2003 in Arbeitsbeschaffungsmaßmahmen (ABM), finanziert überwiegend vom damaligen Arbeitsamt. Mit der Änderung der Förderpolitik der Bundesanstalt für Arbeit endeten die auf vier Jahre angelegten ABM auf der Hälfte der Strecke. Bis Ende 2004 half die Stadt Elmshorn mit 1 Euro Kräften aus. Der Schiffseigentümer - der gemeinnützige "Ewer GLORIA e.V." - hatte jedoch sämtliche Materialkosten allein zu tragen. Dies gelang mit der Unterstützung durch mehrere Betriebe aus dem Kreis Pinneberg. Allerdings mussten sich die Arbeiten darauf konzentrieren, das Schiff wenigstens als Motorschiff fahrfertig zu machen, damit durch die Einnahmen aus öffentlichen und Gruppenfahrten die Unterhaltskosten abgedeckt und ein bescheidener Ertrag erwirtschaftet werden konnte, der die Materialkosten für die notwendigsten Ausbaummaßnahmen im Innern des Schiffes abdeckte. Diese Ausbauten wurden in Eigenarbeit ausgeführt. Die Vorrichtungen zum Segeln wie Mast, Großbaum, Gaffel, Klüverbaum, Takelage und die Segel selbst können mangels entsprechender Fachkenntnisse und insbesonderre fehlender handwerklicher Erfahrungen nicht mehr in Eigenarbeit angefertigt werden. Im Jahr 2006 waren ausreichende Mittel vorhanden, um für rund 10.000 Euro den Mast zu fertigen und aufzustellen. Die Planungen für die nächsten Schritte sind fertig gestellt und werden Schritt für Schritt entsprechend den finanziellen Möglichkeiten umgessetzt. Das sind die Anbringung der vorhandenen Seitenschwerter, die Fertigung von Großbaum, Gaffel und Klüverbaum mit der jeweils zugehörigen Takelage sowie das Nähen der Segel. Durch kürzlich erhaltene großzügige Spenden können im Jahr 2007 die Seitenschwerter angebracht, Großbaum und Gaffel sowie die zugehörigen Segel gefertigt werden. Es fehlen weiterhin der Klüverbaum und das Klüversegel. Obwohl die Fahrten mit der GLORIA gut nachgefragt sind, reichen die Einnahmen zwar zum Schiffsunterhalt, nicht jedoch zur weiteren Ausrüstung oder Reparatur-Rücklagen im erforderlichen Umfang.


Was sind die nächsten Schritte

Wenn Großbaum, Gaffel und zugeörige Segel fertig sind, geht es hoffentlich noch im Winter 2007/2008 an den Klüverbaum. Es soll typgerecht ein Klappklüver werden, der auf engen Flüssen mit Hilfe des (vorhandenen) Ankerspills hochgeklappt werden kann. Dazu kommt ein Klüversegel mit Taklerarbeiten. Baum und Segel werden etwa 5.000 Euro kosten.


Zu finanzierende Maßnahmen

Mindestspendensumme: 0,-  €



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Kooperationen

Die GLORIA wurde bisher mit Beträgen von mindestens 1.000 Euro gefördert von: Sparkasse Elmshorn, Volksbank Elmshorn, AstraZeneca GmbH Wedel, Kölln-Flocken-Werke Peter Kölln KGaA Elmshorn, Stadtwerke Elmshorn und anderen, die nicht genannt werden wollen.


Sonstiges

Im Jahr 2007 bieten wir für 290,- Euro insbesondere die Möglichkeit, auf der Krückau eine etwa 2 1/2-stündige Fahrt mit bis zu 21 Passagieren zu machen. Der Fluss ist durch die Tide auch heute noch landschaftlich und mit Bauwerken maritim geprägt. Er wird öffentlich nur noch vom Ewer GLORIA befahren. Dabei erhält jeder Passagier eine Beschreibung dessen, was zu sehen ist, die auf Wunsch gegen ein mäßiges Entgelt auch mitgenommen werden kann. Die Besonderheiten des Schiffstyps Ewer beim Handling können erläutert und erfahren werden. Für freiwillige Zahlungen über die 290 Euro hinaus kann eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden. Nach Vereinbarung sind auch längere Fahrten möglich. Dabei besteht für Passagiere zumeist die Möglichkeit, auch selbst Hand anzulegen. Bis zu sechs Passagiere können sehr bequem, aber ohne Komfort, an Bord übernachten. Getränke und Verpflegung können an Bord erworben werden.


Termine

Für öffentliche Fahrten gibt es einen Fahrplan, der unter anderem im Internet unter ewer-gloria.de veröffentlicht wird. Gruppenfahrten sind zu jedem Zeitpunkt möglich, den die Tide gestattet.




Hier können Sie Kontakt zu dem Projekt aufnehmen.



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